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Totenzettel









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Wesel, Kreis Wesel, Nordrhein-Westfalen:

Auf der Lippewiese südöstlich von Wesel

Denkmal der 11 Schill’schen Offiziere
(nach einem Entwurf von Karl-Friedrich Schinkel)

Denkmal der 11 Schill’schen Offiziere, alte Ansichtskarte

Das Relief der Vorderseite zeigt vor einem Opfertisch mit Richtbeil und Preußenadler die trauernde Borussia und eine geflügelte Viktoria.

Inschriften (auf der Rückseite):


Sie starben als Preußen und Helden am
16. September 1809

 

Namen der am 16. September 1809 in Wesel exekutierten Schill’schen Offiziere

Rang

Name

Vorname

Waffengattung

Gebutsdatum

Geburtsort

Leut.

FELGENTREU

Friedrich Wilhelm

Artillerie

8.5.1786

Berlin

Leut.

FLEMMING

Hans von

Infanterie

23.10.1790

Glogau

Leut.

GABAIN

Constantin Wilhelm

Infanterie

21.7.1786

Geldern

Leut.

GALLE

Friedrich Ferdinand

Husaren

16.10.1771

Berlin

Leut.

JAHN

Leopold

Husaren

18.6.1778

Massau

Leut.

KEFFENBRINCK

Carl von

 

17.11.1791

Krien

Leut.

KELLER

Adolph von

Infanterie

13.9.1785

Strasburg

Leut.

SCHMIDT

Ferdinand

Jäger

16.1.1780

Berlin

Leut.

TRACHENBERG

Carl Friedrich von

Infanterie

12.9.1784

Rathenau

Leut.

WEDELL

Heinrich Gustus Albrecht von

Infanterie

16.1.1791

Kriegsdorf

Leut.

WEDELL

Carl Magnus von

Husaren

30.6.1786

Brausforth

Geschichtlicher Hintergrund: Der preußische Offizier Ferdinand Baptist von Schill, geb. am 6. Januar 1776 in Wilmsdorf bei Dresden, trat mit 13 Jahren in die preußische Armee ein und machte sich 1806 in der Schlacht bei Jena und danach bei der Verteidigung der Festung Kolberg, einen Namen.

Im Jahr 1809, nach dem Frieden von Tilsit, wollte der inzwischen das in Berlin stationierte 2. Brandenburgische Husarenregiment kommandierende Schill einen Volksaufstand entfachen, um den zögernden preußischen König, sowie Österreich, zum Handeln gegen Frankreich zu bewegen.  Er verließ mit seinem Regiment unter einem Vorwand Berlin und zog gegen die Franzosen ins Feld.  Schnell gesellten sich andere gleichgesinnte preussische Soldaten zu ihm und das Freikorps von Schill war geboren.

Am 25.05.1809 erzwang Schill mit Waffengewalt den Zugang zu der unter französischer Herrschaft stehenden, jedoch nur leicht verteidigten, Stadt Stralsund und machte sich daran, die von den Franzosen geschliffenen Befestigungsanlagen in Stand zu setzen.  Sechs Tage später wurde die 1.500 Mann starke Freischar aus Freikorps von Schill, Rügen´scher Landwehr und schwedischen Soldaten von 6.000 Dänen, Holländern und Franzosen unter der Führung des franz. Generals Gratien angegriffen.  Den Franzosen gelang es, am Kniepentor, der Achillesverse der Verteidigungsanlagen Stralsunds, in die Stadt einzudringen und es erbrannte ein erbitterter Straßen- und Häuserkampf, in dessen Verlauf Ferdinand von Schill fiel. Seine Leiche wurde der Uniform beraubt und anschließend geköpft.  Auf franz. Befehl wurde Schill auf dem Militärfriedhof Stralsund verscharrt.  Sein Kopf wurde in Weingeist gelegt und König Jerome, dem Bruder Napoleons, überreicht. Ca. 600 Soldaten des Schill’schen Freiwilligenkorps wurden bis zur Begnadigung im Jahr 1813 zu schwerer Galeerenarbeit in Brest und Cherbourg verurteilt.

Die 11 Offiziere aus Schills Korps denen dieses Denkmal gewidmet ist, wurden nach Wesel überführt, wegen Straßenräuberei angeklagt und vor ein Kriegsgericht gestellt.  Sie wurden am 16.09.1809 auf den Lippewiesen erschossen. Der Überlieferung nach starben sie mit einem Hochruf auf den König und Preußen.  Das Denkmal steht auf dem Grab der Offiziere.

Verkuendigung des Todesurteils der 11 Schill'schen Offiziere:

14 weitere Soldaten, die Untertanen des mit Frankreich verbündeten Westphälischen Königs waren, wurden ausgewählt und vom zwischen dem 18. und 22.07.1809 in Braunschweig hingerichtet. In deren Grab wurde Schill's Kopf am 24.09.1837 beigesetzt.  Siehe dazu auch den Beitrag Schill Denkmal – Braunschweig.

Beitrag von Thilo Agthe

(Nach verschiedenen Quellen aus dem Internet)

 

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