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Totenzettel









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Braunschweig, Stadtgebiet, Niedersachsen:

„Schill Denkmal“ an der Schillstrasse in der Nähe von Hauptpost und Bahnhof:

Braunschweig - Schill Denkmal

Inschriften:

Vorderseite
„Ruhestätte der irdischen Überreste von vierzehn Kriegern aus dem Freicorps des Königlich preußischen Majors Ferdinand von Schill.“

Rechte Seite:
„Gefangen nach blutiger Gegenwehr zu Stralsund am 31.Mai 1809 wurden sie auf der Stellen allhier im Monat Juli desselbigen Erschossen.“

Rückseite: die Namen

Linke Seite:
„Zum Gedächtnis der Gefallenen ward dieses Denkmal durch Beiträge deutscher Patrioten errichtet im Monat März 1837.“

Auf dem eisernen Kreuz, welches das Denkmal krönt:
„Sie fochten und fielen für Deutschlands Freiheit, Ruhe ihrer Asche und ewiges Heil ihren Seelen.“

Die Namen der 14 Erschossenen:

Name

Vorname

Aus

Alter

ALTHOF

J.

Hillegossen

26 Jahre

BANDAU

F.

Bohnstadt

41 Jahre

BÖHLER

A.

Hedden

30 Jahre

GRABAU

J.

Leinsdorf

23 Jahre

GROSSE

J.

aus der Elbgegend

 

JENEKE

H.

Egeln

26 Jahre

KRUMMHAAR

G.

Errleben

47 Jahre

MÜHLBERG

C.

Niedererrleben

34 Jahre

RUIP

E.

Obernkirchen

28 Jahre

SCHLOSSER

J.

Stadte

29 Jahre

SOMMERSTANGE

A.

Halberstadt

26 Jahre

STEINMANN

H.

Herford

25 Jahre

WEIDKAMP

W.

Gellenbach

26 Jahre

ZÖLLNER

J.

Halle

23 Jahre

Weitere Inschriften: 
Auf dem Sockel sind unterhalb der vier Seiten der Saeule Bronzeplatten
eingelassen. Diese tragen folgende Inschriften:

Das Haupt Ferdinand von Schill zu Stralsund am 11. Juni 1809 durch Feindeshand von dem entseelten Koerper getrennt und bis dahin zu Leiden aufbewahrt. Am 24 September 1837 all hier feierlich beigesetzt.

Das Denkmal wurde im September des Jahres 1955 dem Gedaechtnis tausender Soldaten neu eingeweiht. Soehne aller deutschen Staemme welche den aufgezeichneten Truppenteilen angehoerten an den Fronten des Krieges 39- 45 gekaempft haben. Gefallen oder vermisst sind oder aus der Gefangenschaft nicht zurueckkehrten.

Luftwaffe:
Fallschirmjaegerregiment 1 ( spaeter 3 )
höheres Fliegerausbildungskommando 6
Aufklärungsfliegerschule Broitzem
Flugzeugführerschule Waggum
Luftnachrichtenregiment 2
Fliegerhorstkommandatur Broitzem
Stab 4. Fliegerdivision
Luftflottenkommando 2

Heer:
Infantrieregiment 17
I.
Artillerieregiment 67
II.
Artillerieregiment (mot) 67
Beobachtungsabtg 31
Panzerabwehrabteilung 31
Nachrichtenabteilung 31
Sanitaetsabteilung 31
Kommandantur Braunschweig
Stab Artillerie Kommandeur 31
Stab 31 Division

Geschichtlicher Hintergrund: Der preußische Offizier Ferdinand Baptist von Schill, geb. am 6. Januar 1776 in Wilmsdorf bei Dresden, trat mit 13 Jahren in die preußische Armee ein und machte sich 1806 in der Schlacht bei Jena und danach bei der Verteidigung der Festung Kolberg, einen Namen.

Im Jahr 1809, nach dem Frieden von Tilsit, wollte der inzwischen das in Berlin stationierte 2. Brandenburgische Husarenregiment kommandierende Schill einen Volksaufstand entfachen, um den zögernden preußischen König, sowie Österreich, zum Handeln gegen Frankreich zu bewegen.  Er verließ mit seinem Regiment unter einem Vorwand Berlin und zog gegen die Franzosen ins Feld.  Schnell gesellten sich andere gleichgesinnte preussische Soldaten zu ihm und das Freikorps von Schill war geboren.

Am 25.05.1809 erzwang Schill mit Waffengewalt den Zugang zu der unter französischer Herrschaft stehenden, jedoch nur leicht verteidigten, Stadt Stralsund und machte sich daran, die von den Franzosen geschleifften Befestigungsanlagen in Stand zu setzen.  Sechs Tage später wurde die 1.500 Mann starke Freischar aus Freikorps von Schill, Rügen´scher Landwehr und schwedischen Soldaten von 6.000 Dänen, Holländern und Franzosen unter der Führung des franz. Generals Gratien angegriffen.  Den Franzosen gelang es, am Kniepentor, der Achillesverse der Verteidigungsanlagen Stralsunds, in die Stadt einzudringen und es erbrannte ein erbitterter Straßen- und Häuserkampf, in dessen Verlauf Ferdinand von Schill fiel. Seine Leiche wurde der Uniform beraubt und anschließend geköpft.  Auf franz. Befehl wurde Schill auf dem Militärfriedhof Stralsund verscharrt.  Sein Kopf wurde in Weingeist gelegt und König Jerome, dem Bruder Napoleons, überreicht. Ca. 600 Soldaten des Schill’schen Freiwilligenkorps wurden bis zur Begnadigung im Jahr 1813 zu schwerer Galeerenarbeit in Brest und Cherbourg verurteilt. 14 weitere Soldaten, die Untertanen des mit Frankreich verbündeten Westphälischen Königs waren, wurden von einem auf Befehl der Regierung in Kassel zusammengetretenen Kriegsgericht zum Tode verurteilt und am 18., 20. und 22.Juli erschossen.  Ihre Leichen wurden an Ort und Stelle eingescharrt. In deren Grab wurde Schill's Kopf am 24.09.1837 beigesetzt.

11 Offiziere aus Schills Korps wurden nach Wesel überführt, wegen Straßenräuberei angeklagt und vor ein Kriegsgericht gestellt.  Sie wurden am 16.09.1809 auf den Lippewiesen erschossen. Der Überlieferung nach starben sie mit einem Hochruf auf den König und Preußen.  Siehe dazu auch den Beitrag Schill Denkmal – Wesel.

Beitrag von Stefan Rasten
(mit zusätzlichen Informationen aus verschiedenen Internetquellen, zusammengestellt von Thilo Agthe)

 

 

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