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Totenzettel









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Maleme, Kreta, Griechenland:

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Wolfgang v. BLÜCHER
Wolfgang v. BLÜCHER
24. Jahre, Block 1, Grab 457

Lebrecht v. BLÜCHER
Lebrecht v. BLÜCHER
21 Jahre, Tafel 1

Hans-Joachim v. BLÜCHER
Hans-Joachim v. BLÜCHER
17 Jahre, Block 1, Grab 458

Unter den vielen hundert Menschen, die am 6. Oktober 1974 an der Einweihung dieser Kriegsgräberstätte teilnahmen, war auch Gertrud Freifrau von Ketelhodt. Sie hatte hier während der Kämpfe an einem Tag drei ihrer vier Brüder verloren und stand zum ersten Mal an deren Gräbern. Sie berichtet über ihre Brüder:

"Wolfgang war der Älteste. Aber wir nannten ihn alle Wolf. Er war gelernter Land- und Forstwirt und hatte seit dem frühen Tod des Vaters den Familienbesitz in Mecklenburg übernommen. Im Januar 1940, damals 23 Jahre alt, meldete sich Wolf freiwillig zu den Fallschirmjägern. Nach Militäreinsätzen in Norwegen und den Niederlanden ließ er sich zunächst beurlauben und ging wieder auf sein Gut in Mecklenburg. Im Frühjahr 1941 meldete er sich wieder bei seinem Regiment zurück und wurde nach Griechenland verlegt.

Lebrecht, Jahrgang 1922, machte 1940 sein Abitur und hatte eigentlich vor, Ingenieur zu werden. Ihn zog es zur Marine, er kam aber dann zur Infanterie nach Ostpreußen. Wolfgang, sein „großer Bruder“ überzeugte ihn, auch zu den Fallschirmjägern zu gehen. In Tangerhütte erhielt Lebrecht ab Januar 1941 seine Grundausbildung. Sein erster Einsatz sollte der Absprung über Kreta am 21. Mai 1941 sein.

Hans-Joachim, der Jüngste, ging noch auf ein Internat. Wolf war in allem sein großes Vorbild. Und so erreichte es Jochen, wie wir ihn riefen, daß er als 17jähriger mit der Einwilligungserklärung seiner Mutter ebenfalls zum Fallschirmjägerregiment 1 kam. In Stendal erhielt er eine kurze Sonderausbildung und nahm wenig später ebenfalls an dem Luftlandeunternehmen Kreta teil.

Am 19. Mai, zwei Tage vor ihrem Einsatz, schrieb uns Wolf aus Athen noch einen Brief, den unsere Mutter trotz Flucht aus der Heimat rettete. Als er uns Tage später erreichte, lebten meine Brüder nicht mehr.

Vier lange Wochen blieben wir ohne jede Gewissheit. Dann erreichte uns die unglaubliche Nachricht, daß alle drei Brüder an einem Tag, dem 21. Mai 1941 gefallen waren.

Am Morgen dieses Schicksalstages sollte Wolf bei Iraklion abspringen. Bereits unmittelbar nach der Landung geriet er in einen heftigen Kampf. Jochen, der kurze Zeit später an gleicher Stelle absprang, wollte seinem großen Vorbild noch zu Hilfe kommen, starb aber wenig später.

Lebrecht, der einem anderen Bataillon des Regiments angehörte, war ebenfalls bei Iraklion inmitten von britischen Panzern abgesprungen und fiel zusammen mit seinen Kameraden.

Wolfgang und Hans-Joachim haben hier auf Maleme ein gemeinsames Grab erhalten. Die sterblichen Überreste von Lebrecht konnten trotz intensiver Suche durch die Mitarbeiter des Volksbundes nicht geborgen werden.  Sein Name steht auf der Ehrentafel, die an die 360 deutschen Gefallenen erinnert, die nicht gefunden wurden.

(Text und Fotos: Informationszentrum des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V. in Maleme)

 

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