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Totenzettel









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Ibbenbüren (Dörenther Klippen), Kreis Steinfurt, Nordrhein-Westfalen

PLZ 49477

Kriegsgräberstätte Dörenther Klippen

Inschriften:

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde auch das Münsterland mehr und mehr in das Kriegsgeschehen einbezogen. Bereits im Juli 1943 besetzte man Flugabwehrstellungen um Ibbenbüren herum Tag und Nacht mit älteren Männern (Heimatflak) und Jugendlichen (Flakhelfern), - neben regulären Flaksoldaten.

Die Menschen hatten jedoch nicht geahnt, daß sich trotz des nahenden Kriegsendes noch erbitterte Kämpfe am Teutoburger Wald ereignen würden.

Schwere Bombenangriffe versetzten am 21. Febr. 1945 die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Sie begleiteten den unaufhaltsamen Vormarsch der alliierten Truppen ins Münsterland. Immer wieder heulten die Luftschutzsirenen auf; in Ibbenbüren über 2.100 Mal. Waren es nachts die schweren Bomber, die die Flughäfen in Rheine und Hopsten-Dreierwalde wie den Dortmund-Ems-Kanal und den Mittellandkanal heimsuchten, so waren es tagsüber die Jagdbomber, die regelrecht Jagd auf einzelne Menschen und Tiere machten. Jeder Schritt außerhalb des Hauses war mit Lebensgefahr verbunden. Die Bevölkerung suchte Schutz in dem Stollen des Steinkohlebergwerks.

Am 31. März 1945 (Karsamstag) erreichten britische Einheiten Riesenbeck. Südlich von Ibbenbüren bringen sie binnen 24 Stunden schwere Artillerie mit über 400 Geschützen im Birgter Feld in Stellung und am Teutoburger Wald massieren sich alliierte Panzerverbände.

Etwa 3.000 deutsche Soldaten, die aus Truppenschulen aus den Bereichen Hannover und Celle zusammengezogen und am 25. März 1945 in Marsch gesetzt worden waren, erreichten völlig erschöpft in den Abendstunden des 2. April 1945 das Gebiet der Dörenther Klippen und des Riesenbecker Berges. 17 der hier auf der Kriegsgräberstätte ruhenden 29 Soldaten fallen da schon. Es sind vor allem junge Reserveoffiziersbewerber. Der jüngste ist Ernst Hilmer (Grab Nr. 5), geboren am 27. Oktober 1927.

In einem Tagebuch ist zu lesen: „Bevor die Engländer weiter vorgehen, setzen sie ihre Artilleriewalze ein. In einem mörderischen Feuer werden die Ein-Mann-Löcher am Anhang des Birgter Berges, am 132 m hohen Lagerberg bis hin zu den Abhängen von Gravenhorst zusammengeschossen – für die Verteidiger ein sinnloses Sterben in Raten.“ Am 3. April 1945 überschreiten alliierte Truppen die Dörenther Klippen und den Riesenbecker Berg. Es kommt zu heftigen Kämpfen.

Ein Augenzeuge berichtet: „Die Engländer stürmen mit hochstehenden Flammenwerfern vor. Während die Artillerie in direktem Beschuß oder mit hochgezogenen Luftkrepierern die Deutschen in Deckung zwingt, brechen die Flammenwerfer im gleichen Augenblick in die Stellungen ein. Ihr Strahl ist 40 m lang und etwa einen Meter breit. Das war das Ende!“

„Was Irrsinn zerstörte,
dem Volke gehörte,
erneuert jetzt ist.
Nie sollst du vergessen,
wie teuflisch vermessen
ein Krieg immer ist.“

Johannes Oechtering
ein Riesenbecker Heimatfreund

Die Kriegsgräberstätte Dörenther Klippen wurde bereits 1945 angelegt.
In Ibbenbüren gibt es vier Kriegsgräberstätten mit insgesamt 319 Toten, im Einzelnen:
Zentralfriedhof (134 Tote, darunter auch Ausländer)
Alter Friedhof ( 26 Tote aus dem 1.Weltkrieg)
Riesenbecker Berg (130 deutsche Gefallene) und
Dörenther Klippen ( 29 deutsche Gefallene.)

Volksbund Deutsche
Kriegsgräberfürsorge e.V.
Landesverband 213
Alfredstr. 213
45131 Essen

Stadt Ibbenbüren
Der Bürgermeister

Namen der Gefallenen:

2. Weltkrieg:

Dienstgrad

Name

Vorname

Geburtsdatum & Ort

Todesdatum

Bemerkungen

O-Fähnrich

BINDER

Helmut

30.07.1913 Dirschau

02.04.1945

Grab 1
lt. Vdk Oberfeldwebel

Leutnant

DOMBROWSKI

Heinz

06.12.1922 Danzig

03., 04.03.1945 ??

Grab 27
[Sterbemonat vermtl. April 1945]

Fhj. Uffz.

HAENSEL

Hugo

12.07.1903 Breslau

03.04.1945

Grab 15
lt. Vdk Unteroffizier

Soldat

HEMPEL

Horst

17.05.1927 Weddersleben

04.04.1945

Grab 23

Grenadier

HILLENBRAND

Herm.

01.04.1927 München

03.04.1945

Grab 29

Grenadier

HILMER

Ernst

27.10.1927

1945

Geb.-Datum lt. Hinweistafel

Grenadier

JURKE

Horst

14.02.1926 Köthen

03.04.1945

Grab 21

Fhj. Uffz.

KAMM

Walter

26.10.1903 Pforzheim

03.04.1945

Grab 3

Grenadier

KLIMM

Theobald

15.03.1927 Litschfild

04.04.1945

Grab 8

Fhj. Uffz.

KOPF

Dietrich Wilhelm

21.09.1923 Leopoldshall

02.04.1945

Grab 24
auf dem Gedenkstein + Jahr 1925

Fhj. d.R.

KRAUSE

Karl

28.08.1898 Züllchow

03.04.1945

Grab 11

Grenadier

LANGE

Fritz

09.12.1911

03.04.1945

Grab 9
lt. Vdk * Geb.-Jahr 1912

Gefreiter

LEDERER

Hermann

16.06.1916 Markstadt

1945

Grab 17

Grenadier

LEHMANN

Heinz

17.07.1905 Dresden

02.04.1945

Grab 10

Fhj. Feldw.

LINDEMANN

Otto

19.08.1899 Jerxheim

02.04.1945

Grab 28
lt. Vdk Leutnant

Grenadier

MÖBIUS

Friedrich

10.09.1920 Dessau

02.04.1945

Grab 22

Grenadier

OLTMANNS

Werner

02.01.1927

02.04.1945

Grab 26
lt. Vdk nicht + 1922

Gefreiter

PALM

Joachim

1924

1945

 

Grenadier

RANTZE

Edgar

08.08.1927 Bremen

02.041945

Grab 6 Vorname lt. Vdk nicht Etgar

Fhj. Feldw.

SCHMITZ

Wilhelm

22.10.1902 Assbach

02.04.1945

Grab 16

Grenadier

SCHÜTT

Karl Heinz

19.01.1927 Mildorf

02.04.1945

Grab 7

Fhj. Feldw.

SIEMON

Karl

24.07.1900 Zell

02.04.1945

Grab 2

 

SONTHOFF

Walter

30.08.1896 Bromberg

03.04.1945

Grab 13; alt: SANTHOFF

Fhj. Feldw.

STEEEN

Johannes

17.11.1902 Offenbach

02.04.1945

Grab 4

Gefreiter

STEIN

Gerhard

1924

1945

Grab 25

Leutnant d.R.

STRÜBER

Konrad

1902

1945

Grab 30

O.-Feldw.

WACKERMANN

Karl

1900

02.04.1945

Grab 14
lt. Vdk Oberfähnrich

Fhj. Feldw.

WOLTMANN

Viktor

11.12.1901 Dresden

02.041945

Grab 12; alt: WALTMANN

Datum der Abschrift: 22.04.2007
Ergänzungen: 04.10.2009

Beitrag von: Thomas Erbe
Ergänzungen von: Osnabrücker genealogischer Forschungskreis e.V.
Foto Übersicht © 2009 Michael G. Arenhövel
Foto Infotafel © 2007 Thomas Erbe

 

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