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Totenzettel








Onlineprojekt Gefallenendenkmäler - von Ahnenforschern für Ahnenforscher

 

 


 

Hamburg – Hauptkirche St. Petri:

Denkmäler von 1814 & 1919

1814:

Hamburg, Kirche St. Petri, Foto © Karin Offen

Schwarze Metall-Tafel in der Kirche

Inschriften:

Den Opfern barmherziger Pflege der Hamburger Vertriebenen 1814
„Namen
"
Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besuchet
Matt. 2.5 V 36

Namen der Gefallenen:

Dienstgrad

Name

Vorname

Ort

Dr.

ALBRECHT

I.F.E.

In Altona

Dr.

BOLTEN

H.C.

In Altona

 

DEHN

Sim

In Altona

 

DEMWOLFF

Geo.

In Altona

Dr.

FISCHER

I.H.H.

In Altona

 

GRÜBEL

Chr.

In Altona

 

LANDES

H.A.Z.

In Altona

 

LAUTENSACK

I.G.

In Altona

 

MAMSEN

Herm.

In Altona

 

SPEYER

A.J.

In Altona

Dr.

UNGER

H.F.

In Altona

Dr.

SMISSEN

Herm. van der

In Altona

 

WEISS

Frau

In Altona

 

BROCKMANN

I.D.

In Bremen

 

THIERMANN

I.H.

In Bremen

 

CARSTENS

Friedr.

In Ewendorf

Dr.

CARSTENS

E.J.

In Lübeck

 

HORNIG

J.C.

In Lübeck

 

JÜRGENSEN

T.J.

In Lübeck

Hintergrund:

Am 19. November 1806 beginnt in Hamburg die Zeit der französischen Besetzung „Franzosenzeit“. Im Laufe der kommenden Jahre wird die Stadt zum Armenhaus, denn den Besatzern muß nicht nur Wohnraum, sondern auch  Verpflegung gewährt werden, die oft nicht einmal für die Einwohner selber vorhanden ist. Im Dezember 1813 geraten die Franzosen unter Druck, denn in der „Völkerschlacht“ zu Leipzig (16.-19. Oktober) behielten die Alliierten gegen die Armee Napoleons die Oberhand. Die Stadt Hamburg wird zur Festung ausgebaut, Kirchen als Magazine oder als Ställe für die Pferde hergerichtet, Zucht- und Waisenhäuser in Militärhospitäler umgewandelt. Da die Versorgungslage kaum zu lösen ist, wird angeordnet, daß jeder Einwohner Vorräte für die anstehende Belagerung vorweisen muß. Heiligabend 1813 werden 1800 Menschen ausgewiesen, die nicht über ausreichende Lebensmittel- und Brennholzvorräte verfügen. Viele finden in Altona Aufnahme (das zu dieser Zeit zu Dänemark gehörte), wo in den folgenden Wochen 1138 Vertriebene sterben.  („Chronik Hamburg“ 1997)

1919 („Sülze-Unruhen“)

Hamburg, Kirche St. Petri, Foto © Karin Offen

Steinerne Gedenktafel in der Kirche, schwarzer Untergrund mit goldenen Buchstaben, die Namen in zwei Reihen.

Inschriften:

Ehrentafel.

Für Hamburg fielen in treuester Pflichterfüllung bei den Straßenkämpfen am 24. u. 25. Juni 1919

„Namen“

Namen der Gefallenen:

Dienstgrad u. Einheit

Name

Vorname

Todesdatum

Einwohner Wehr.Abt. Std. Georg

BRATH

Otto

24. od. 25.06.1919

Uffz. Bahrenfeld

BRINKMANN

Albert

24. od. 25.06.1919

Freiw. Jäger, Bahrenfeld

HAMM

Bernhard

24. od. 25.06.1919

Einwohner Wehr. Abt. Borgfelde

MENGDEHL

Werner

24. od. 25.06.1919

Lt.z. S. d.R. Bahrenfeld

MÜLLER

Heinz Reinhold

24. od. 25.06.1919

Vizewachtmstr. Bahrenfeld

MÖLLER

Walter

24. od. 25.06.1919

Freiw. Jäger Bahrenfeld

NEUY

Hans Erich

24. od. 25.06.1919

Lt. Z. S.d.R. Bahrenfeld

OVENS

Ove

24. od. 25.06.1919

Freiw. Jäger Bahrenfeld

RATHKE

Walter

24. od. 25.06.1919

Freiw. Jäger Bahrenfeld

REUNERT

Kurt

24. od. 25.06.1919

Lt. d.R. Bahrenfeld

SANDER

Fritz

24. od. 25.06.1919

Freiw. Jäger Bahrenfeld

SEETH, THO

Hans

24. od. 25.06.1919

Freiw. Jäger Bahrenfeld

SCHMIDT

Wilh.

24. od. 25.06.1919

Vizefeldw. Bahrenfeld

TAEGER

Robert

24. od. 25.06.1919

Einwohner Wehr. Abt. Borgfelde

WOLF

Johs. Heinz

24. od. 25.06.1919

Freiw. Jäger Bahrenfeld

ZIMMERMANN

Siegfr.

24. od. 25.06.1919

Husar Volkswehr „Braune“ Wandsbek

ZUCHT

Anton

24. od. 25.06.1919

Hintergrund:

Infolge des 1. Weltkrieges durchlebt die Hansestadt 1919 eine schwere Versorgungskrise, die immer dramatischere Formen annimmt. Im Juni 1919 eskaliert die Situation als ein Faß mit verfaulten Tierkadavern vor einer Fleischfabrik gefunden wird und die Menschen annehmen, daß diese zur Herstellung von Sülze verwendet werden. Die Menge stürmt die Fabrik, der Leiter entgeht nur knapp dem Tod. Die Empörung führt am 24. Juni 1919 zu weiteren Unruhen. Am Abend wird rückt das bei der Arbeiterschaft verhaßte Zeitfreiwilligen-Regiment aus Bahrenfeld („Bahrenfelder“) zum Schutz des Rathauses aus. Es kommt zu Kämpfen mit den Protestierenden und zu Toten und Verletzten. Erst nach Einsatz der Reichswehr werden die Kämpfe am 1. Juli 1919 beendet. („Chronik Hamburg“ 1997)

Datum der Abschrift: 04.12.2003

Beitrag von: Genealogische Gesellschaft Hamburg e.V. (Karin Offen)
Foto © Karin Offen

 

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