Onlineprojekt Gefallenendenkmäler

Sandel (Mahnmal), Stadt Jever, Landkreis Friesland, Niedersachsen

PLZ 26441

Jeverländisches Mahnmal am Upschloot. Denkmal ohne Namen.
Großes christliches Holzkreuz auf einem Hügel, beschriftete Findlinge, kleines Wäldchen.

Inschriften:

Findlinge am Weg zum Hochkreuz
Jeverländisches Mahnmal
1939 – 1945

Wangerooge
Minsen
Hooksiel
Sengwarden
Schortens
Sillenstede
Sande
Jever
Waddewarden
Hohenkirchen
Tettens
Cleverns – Sandel

Man nahm Euch Leben und Heimat
Unsere Liebe bleibt

Text der „Stiftung des jeverländischen Mahnmals“, auf einer Informationstafel am Eingang:
Jeverländisches Mahnmal am Upschloot
Der UPSCHLOOT ist der Damm, auf dem die alte Friesische Heerstraße von Oldenburg nach Jever den Grenzgraben zwischen
dem Harlingerland und dem Jeverland überquert. In dieser einst sumpfigen Landschaft geht die ostfriesische Geest in die Marsch
über.
Im Mittelalter war die Gegend immer wieder Schauplatz blutiger Kämpfe um die Vorherrschaft über die friesischen „Herrlichkeiten“.
Das Harlingerland gelangte im Jahre 1600 an die Grafschaft Ostfriesland, die 1744 an Preußen fiel.
Das Jeverland verlor seine Selbstständigkeit 1575 an Oldenburg, 1667 an Anhalt-Zerbst und 1793 an Russland. In der Zeit
Napoleons gehörte die ganze ostfriesische Halbinsel zu Holland, danach zu Frankreich, bis auf dem Wiener Kongress 1815 Europa
neu geordnet wurde. Der Graben blieb Staatsgrenze. (2021 nicht mehr auf der Tafel: "nun trennte er das Königreich Hannover vom
Großherzogtum Oldenburg.") Die politischen Veränderungen des 19. und 20. Jahrhunderts haben die Bedeutung dieser Grenze
mehrfach gewandelt. Heute verbindet der Upschloot die Landkreise Friesland und Wittmund sowie die Kirchen von Oldenburg und
Hannover.
Unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges und der menschenverachtenden Gewalt des Nationalsozialismus hat 1948 ein Kreis
von Betroffenen an diesem geschichtsträchtigen Ort ein Kreuz als Mahnmal gegen jeden künftigen Krieg errichtet. In der
schwermütigen Landschaft ist es ein Zeichen christlicher Hoffnung auf den Frieden, der alle Grenzen überwindet. Zugleich erinnert
das Kreuz an die Menschen, die aus politischen, rassischen und religiösen Gründen ihr Leben verloren haben. Findlinge mit den
Namen der Kirchengemeinden des Jeverlandes säumen einen kleinen Wald, in dem jeder Baum für einen Kriegstoten aus der
Gemeinde Cleverns-Sandel steht.
Zweimal in jedem Jahr (Himmelfahrtstag 10.00 Uhr, Totensonntag 15.00 Uhr) wird unter dem Jeverländischen Mahnmal ein
Gottesdienst gefeiert.
Zu allen Jahreszeiten lädt die von der Freiwilligen Feuerwehr Cleverns-Sandel gepflegte Anlage die Vorbeikommenden zu Rast und
Einkehr.

Die Stifung des Jeverländischen Mahnmals

Neufassung aus redaktionellen Gründen am 24.07.2026.

Datum der Abschrift: 09.12.2004; September 2021 (Korrektur der Inschrift)

Verantwortlich für diesen Beitrag: Walter Fleischauer; Justin Mann (Korrektur)
Foto © 2019 Wikimedia Z thomas CC BY-SA 4.0 (Fotos verkleinert)