Onlineprojekt Gefallenendenkmäler

Celle (77er Denkmal), Landkreis Celle, Niedersachsen

PLZ 29221

Wappen-Datei: ns_lkr-celle_celle.jpg

52° 37′ 8.57″ N, 10° 5′ 19.03″ E

Eine kniende, bis auf einen Stahlhelm ansonsten unbekleidete Soldatenfigur mit gesenktem Haupt, in der Rechten ein Schwert haltend auf Sandsteinquader.

Inschriften:

Front Sockel
Den im Weltkriege
1914-1918
gefallenen Helden
zum ehrenden
Gedächtnis
Dem ruhmreichen
Regiment zum
Andenken

Front Bronzeplatte
Den Toten und Opfern der Kriege
der Gewaltherrschaft der Vertreibung des Terrors
und der politischen Verfolgung gewidmet
1939 1945

Linke Sockelseite
Frankreich – Belgien
August 1914 – April 1915
September 1915 – Mai 1916
Dezember 1916 – Juli 1917
Oktober 1917 – November 1918

Sockel Rückseite
2. Hannoversches
Infanterie=
Regiment No. 77
1813-1918

Rechte Sockelseite
Russland – Galizien
Wolhynien
Mai – September 1915
Juni – November 1916
Juli – September 1917

Anmerkung: Eigentlich ein Denkmal für das ‚Hausregiment’ Celles, stand es jahrzehntelang an zentraler
Stelle vor dem Celler Schloss. Mit der Aufgabe der ‚Heide’-Kaserne an der 77er-Strasse für militärische
Nutzung und dem Abzug des letzten dort ansässigen (britischen) Regimentes (14th Signal Regiment)
1993, wurde es nach Einrichtung des ehemaligen Hauptgebäudes der Kaserne zum ‚Neuen Rathaus’
nach 1999 in die dortigen Grünanlagen umgesetzt. Die Inschrift wurde nachträglich um eine Bronzeplatte
ergänzt, die den Opfern des 2. Weltkriegs gedenkt.
Zur Regimentsgeschichte: Aus der Nummerierung ist zu erkennen, dass das Regiment nach 1866 in der
preußischen Armee aufgestellt wurde, allerdings wurde ihm um 1890 gestattet, die Tradition der alten
hannoverschen Truppen wieder aufzunehmen und so gilt in der preußischen Armee sein Stiftungstag als
der 26. März 1813.
Im Krieg 1870/71 war das Regiment an den Schlachten auf den Spicherer-Höhen und von Gravelotte -
St-Privat beteiligt.
Im Ersten Weltkrieg gehörte es zur 20. Infanterie Division. Es hat zu Beginn des Krieges an der
Eroberung von Lüttich, Namur, St. Quentin und Reims teilgenommen, ging 1915 an die Ostfront
(Eroberung von Lemberg), kam für den Winter 1915/16 zurück in die Champagne um dann im
Herbst/Winter 1916 zur Schlacht bei Kowel wieder im Osten zu sein. Im Frühjahr und Sommer 1917
Stationierung an der Aisne und in der Champagne, anschließend vorübergehende Verlegung ins
Baltikum nach Riga, doch im November 1917 Rückverlegung nach Frankreich und Teilnahme an der
Tankschlacht von Cambrai. 1918 bis Kriegsende Verbleib in Frankreich.
Es gibt eine Regimentsgeschichte vor dem WK I in Buchform, möglicherweise nur noch antiquarisch
erhältlich: Schimmelpfeng, Hans: Geschichte des 2. Hannoverschen Infanterie-Regiments Nr. 77.
Oldenb. Stalling. 1913. Gr.8°. 347 S. Mit 25 Textabb. und 7 Kartenskizzen. OKart.

Neufassung aus redaktionellen Gründen am 03.07.2026.

Datum der Abschrift: 23.03.2005

Verantwortlich für diesen Beitrag: Fred Watty (gghhev.de)
Foto © 2016 Wikimedia Hajotthu CC BY-SA 3.0 (Fotos verkleinert)