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Potsdam (Garnisonkirche: Gedächtnistafeln), Brandenburg

PLZ 14467

Ehemalige Gedächtnistafeln und anderes Gedenken in der zerstörten alten Garnisonkirche an der Breiten Straße im Zentrum Potsdams:
Opferstock zum Sammeln für die Witwen und Waisen der Gefallenen der Potsdamer Garnison, geschaffen von der Gilde der Potsdamer Künstler 1928. Reich verziert mit Schnitzereien von zwei Soldaten in der Mitte, trauernden Frauen an den Seiten und krönendem aufgerichtetem Schwert.
Gedenktafel für die gefallenen Offiziere des (Kaiser Alexander) Garde-Grenadier-Regiments Nr. 1 im Ersten Weltkrieg. Mit Reliefs einer klassischen Grenadier-Haube oben und einem Stahlhelm mit gekreuzten Bajonetten unten.
Gedenktafel für die im Krieg 1806/1807 Gefallenen und Inhaber des EK des Garde-Jäger-Bataillons

Inschriften:

Opferstock
LEBE DROBEN,
O VATERLAND,
UND ZÄHLE NICHT
DIE TOTEN!
DIR IST, LIEBES,
NICHT EINER
ZUVIEL GEFALLEN!

Tafel Garde-Gren.-Regt. 1
Den im Weltkriege
Gefallenen des
Kaiser Alexander
Garde=Grenadier=Regiments=No. 1
zum ehrenden Gedächtnis
1914 1918
(Namen Offiziere)
Von anderen Truppenteilen fielen
in unseren Reihen:
(Namen Offiziere)
Schulter an Schulter
mit diesen 178 Offizieren
starben ihrem Fahneneide getreu
mit Gott für König und Vaterland
3284
tapfere Unteroffiziere,
Grenadiere und Füsiliere.
Errichtet von Offizieren, Unteroffizieren
und Mannschaften des Regiments

Tafel Garde-Jäger 1806/07
Seinen …….
Feldzug von 1806 und 1807
bei …. Garde Jäger Bataillon
…….

Die 1735 eingeweihte Garnisonkirche von Potsdam war ein zentraler Gedenkort des preußischen Militärs. Hier wurden die Fahnen vieler Regimenter aufbewahrt und viele Gedenktafeln dieser Regimenter oder der Garnison angebracht. In einer Gruft standen die Särge der preußischen Könige Friedrich Wilhelm I. und Friedrich dem Großen. Die Kirche wurde im 2. Weltkrieg durch Bombardierung am 14./15.4.1945 stark beschädigt und brannte mit dem gesamten Inventar aus. Die Ruine wurde auf Anweisung von DDR-Offiziellen endgültig 1968 gesprengt und abgetragen. Seit 2017 wird der Turm der Kirche wieder aufgebaut.
Von den verlorenen Gedenktafeln sind bisher keine kompletten Inventarlisten der Kirche auffindbar, wie eine Nachfrage des Verfassers beim Förderverein ergab. Der Verein bemüht sich aber so eine Aufstellung anzufertigen. Diese Auflistung hier soll ein erster Versuch sein und kann hoffentlich bald ergänzt werden. Lesbare Fotos dieser Tafeln sind noch schwieriger aufzutreiben. Der Verfasser hatte Glück eine sehr gute lesbare Ablichtung der Gedenktafel des Garde-Grenadier-Regiments Nr. 1 im Nachlass des Hauptmanns Joachim von der Hagen zu finden. Eine Auflistung erfolgt hier nicht noch einmal, da die gefallenen Offiziere schon mit weitaus mehr Daten aufgelistet sind unter:
http://www.denkmalprojekt.org/2008/vl_kaiser_alexander_rgt_1_wk1.htm.
Vor allem auf der ersten Empore scheinen fast in der ganzen Länge Gedenktafeln gehangen zu haben. Sie haben meist die typisch Schinkelsche Form der Gedenktafeln der Befreiungskriege. Laut Vermerk in einem Buch wurden im November 1816 Gedenktafeln für die Gefallenen und die Inhaber des Eisernen Kreuzes von 1813-1815 aller Potsdamer und Berliner Garde-Regimenter eingeweiht. Dieses wurde nach den Einigungskriegen am 18.08.1874 wiederholt mit Gedenktafeln für die Gefallenen von 1864-1871 der Potsdamer Garde-Regimenter (der Berliner Garde-Regimenter wurde diesmal nur in der Berliner Garnisonkirche gedacht). Nach dem 1. Weltkrieg wurde die Tradition wahrscheinlich so fortgeführt.
Nur von einer Gedenktafel der Jahre 1806/07 war ein Foto auffindbar, auf dem man einen Teil der Widmung lesen kann. Wie dieses Foto beweist, gab es auch Gedenktafeln zum Kriege 1806/1807. Ob dies für alle Garde-Einheiten geschah ist unbekannt.
Nach 1945 wurden in Potsdam alle Denkmäler für Regimenter und andere militärische Einheiten abgerissen. Nur das Denkmal für das Sanitätskorps blieb erhalten. Vor der Garnisonkirche stand das Denkmal des 1. Garde-Regiments zu Fuß, auch dieses ist verschwunden.

Datum der Abschrift: 01.10.2022

Verantwortlich für diesen Beitrag: R. Krukenberg (www.kriegsopfergedenken.de)
Foto © historisch

 

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