Onlineprojekt Gefallenendenkmäler - von Ahnenforschern für AhnenforscherOnlineprojekt Gefallenendenkmäler - von Ahnenforschern für AhnenforscherOnlineprojekt Gefallenendenkmäler - von Ahnenforschern für Ahnenforscher




Totenzettel









Onlineprojekt Gefallenendenkmäler - von Ahnenforschern für Ahnenforscher

 

 


 

 

Meersburg (Kapelle zum Frieden), Bodenseekreis, Baden-Württemberg:

Am Stadtrand, am Beginn des Höhenweges nach Hagnau; in der Nische überm Altar Bildnis „Stalingrad-Madonna“, außen und am Eingang (am Boden hinter dem Scherengitter) Tafeln

Meersburg (Kapelle zum Frieden), Foto © 2009 W. LeskovarMeersburg (Kapelle zum Frieden: "Stalingradmadonna"), Foto © 2009 W. Leskovar

Inschriften:

Aussen Tafel 1:
Kapelle „Zum Frieden“
Im 17. Jh. auf Initiative des Fürstbischofs Franz Johann von Praßberg (1645-1698) „zu Ehren des Hl. Joseph“ an der Straße nach Stetten errichtet.
1977 wegen Verbreiterung der Straße B 33 hierher verlegt.
Heutige Bezeichnung nach dem früheren Gewann-Namen.

Aussen Tafel 2:
Stalingrad-Madonna
Den Altar schmückt ein Gobelin, der die so genannte „Stalingrad-Madonna“ zeigt und von einer russischen Künstlerin gewirkt wurde.
Das Original schuf der Arzt und Pfarrer Kurt Reuber an Weihnachten 1942 im Inferno der Kesselschlacht von Stalingrad auf der Rückseite einer Landkarte. Es hängt heute in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin.

Am Eingang:
Der handgefertigte Gobelin der russischen Künstlerin Elena Kikopule aus Karlsruhe - eine Kopie der über die Grenzen hinaus bekannten
„Madonna von Stalingrad“
wird ihnen hier in der kleinen Kapelle gezeigt.
Das Original entstand im Kessel von Stalingrad am Heiligen Abend 1942.
Der Feldoberarzt und Theologe Dr. Kurt Reuber schuf auf der Rückseite einer russischen Landkarte als Kohlezeichnung eine Madonna, die ihr Kind schützend im Arm hält. Dies war die Weihnachtsfreude für die Soldaten im feuchten Bunker, ein Weihnachtserlebnis an der Wolga, fünf Wochen vor dem Untergang der 6. Armee.
Die Soldaten und Offiziere klammerten sich am heiligen Abend mit ihrem ganzen Herzen, mit all ihrem Leid und Heimweh an dieses Madonnenbild.

Die Kohlezeichnung wurde mit der letzten Transportmaschine, einer JU 52 aus dem Kessel von Stalingrad ausgeflogen. Das Bild wurde von einem schwerverwundeten Offizier an die Familie des Dr. Reuber in das Pfarrhaus im Dorfe Wichmannshausen, Kreis Eschwege, überbracht.
Dies war der letzte Gruß des begnadeten Zeichners, der in das berüchtigte Gefangenenlager für Offiziere - Jelabuge - 400 km westlich des Urals kam. Fern seiner Lieben starb er dort am 20.01.44 an Fleckenthyphus.

Seit dem 27.08.1983 hängt das Original der Madonna von Stalingrad als Leihgabe in der Gedächtniskirche in Berlin.
Diese sehr schöne Kopie ist ein Geschenk an die Stadt Meersburg von der Witwe des früheren Krankenhausarztes (Dr. med. A. Roth, verst. 1966, damit das ergreifende Bildnis der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.)
Übergabe des Bildes am 14.12.1978 im Rathaus in Meersburg bei einer öffentlichen Gemeindesitzung.
Seit Weihnachten 1978 in der kleinen Kapelle in Rosenhaag.

Name des Gefallenen:

Name

Vorname

Geburtsdatum & Ort

Todesdatum & Ort

Bemerkungen

REUBER

Dr. Kurt

26.05.1906, Kassel

20.01.1944, Jelabuge, Russland

gestorben an Fleckenthyphus, in russ. Gefangenschaft

Weitere Informationen zur "Stalingradmadonna" finden Sie hier:
Informationen zu Dr. Kurt REUBER finden Sie hier:

Datum der Abschrift: 28.06.2009

Beitrag von: W. Leskovar
Foto © 2009 W. Leskovar

 

 

 

Fragen und Kommentare zu dieser Webseite bitte an:  webmaster@denkmalprojekt.org.
Copyright © 2003-2007 Thilo C. Agthe.  All rights reserved. Alle Rechte vorbehalten