Die Umgebung
von Selk ist durch kuppige Geländeerhebungen geprägt. Sie gehören zu den
westlichsten Moränenzügen der letzten Eiszeit (80.000 – 12.000 v. Zeitr.).
Eine der markantesten Erhebungen ist der sogenannte Königshügel bei Oberselk,
dessen Kuppe noch von einem künstlichen Hügel überwölbt wurde.
Zu Beginn des
dänisch-deutschen Krieges von 1864 kam es im Zuge des Vormarsches der
verbündeten österreichischen und preußischen Truppen am 3. Februar 1864 zu
schweren Vorpostengefechten zwischen der dänischen Armee und dem
österreichischen k.k. VI. Armeekorps bei Jagel, Oberselk und um den
Königshügel (von den Österreichern „Königsberg“ genannt).
Einheiten der
österreichischen k.k. 1. Infanterie-Brigade Generalmajor Graf Gondrecourt
nahmen in einem sechsstündigen Gefecht bei Temperaturen bis –19° C gegen
Einheiten der dänischen 3. Infanterie-Division den Königshügel, der als
strategisch wichtiger Punkt sowohl die Straße Eckernförde-Schleswig, als
auch das östliche Ende der dänischen Danewerk-Stellung bei Schleswig deckte.
In der
Schlussphase des Gefechts setzte sich Graf Gondrecourt selbst an die Spitze
der Kämpfenden, als Fahnenträger der Oberst des Regiments Martini, die
Regimentskapelle spielte den Radetzky-Marsch. „Außer dem tödlich getroffenen
Oberst Benedek* des Regiments Nr. 34 war auch der Major Stransky schwer
verwundet worden. Letzterer wollte sich aber nicht vom Regiment trennen. Es
bedurfte der Autorität des Korpskommandanten, um diesen tapferen
Stabsoffizier endlich zu bewegen, sich endlich in das Spital nach Rendsburg
transportieren zu lassen, wo sein Oberst bereits gepflegt wurde .... Das
Treffen war hitzig, obwohl eine Kälte von neunzehn Grad herrschte.“
Da das dem
Königshügel nächstgelegene Schleswig zum Zeitpunkt des Gefechtes noch in
dänischer Hand war, wurden die verwundeten Österreicher in das Hospital der
Festung Rendsburg gebracht. 8 Offiziere und ca. 60 Soldaten, die an den
Verwundungen starben, wurden auf dem dortigen Militärfriedhof beigesetzt.
Das Denkmal
auf dem Königshügel wurde noch im Herbst 1864 aus Spenden von Angehörigen
der österreichischen k.k. Brigade Graf Gondrecourt errichtet. Es zeigt auf
der südlichen Seite (inmitten von zwei umkränzten Namenstafeln) den
österreichischen Doppeladler mit den Initialen „FJ“ für Kaiser Franz Joseph
I. (reg. 1848-1916).
Auf der
nördlichen Seite (inmitten der zwei umkränzten Namenstafeln) die Inschrift „
Den tapferen Gefährten / Sei dieser Kranz gewunden, / Die hier in fremder
Erde / Ihr kaltes Grab gefunden. – / Den braven Kameraden / Voll hohem
Heldenmuth, / Die unsern Sieg erkauften / Mit ihrem Herzensblut. – /
Heimwärts nach Östreichs Gauen / Schwebt auf des Ruhmes Flügel / Der Name
all der Helden / Vom Grab am Königshügel.“
An einer der
beiden Schmalseiten des Steindenkmals sind die teilnehmenden Einheiten
aufgeführt:
„Die k.k.
Brigade G.M. Graf Gondrecourt / XVIII.
Feld-Jäger
Bataillon / XXX.
Inft.
Rgmt. F.M.L.
Baron Martini / XXXIV.
Inf. Rgmt.
König W.I. von Preussen / H.Esk. Fürst Liechtenstein Huszaren N.IX / IV. Pf.
Batr.. N.II des I. Art. Rgmts. Kaiser F.J. / I. Zug der Sanitäts-Compagnie.“
Quellen:
Stellschild am Königshügel sowie Gerd Stolz „Österreichische Kriegsgräber
...“ (Apenrade 1990)