Vier der
Gefallenen erhielten in Gibraltar unter starker britischer Beteiligung
ein feierliches Begräbnis. Die Marine spendete in den folgenden Jahren
für ein Denkmal, das am 8. Januar 1863 auf dem Friedhof in Gibraltar
enthüllt wurde. Es zeigt einen Adler auf einem Steinsockel.
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Dienstgrad |
Name |
Todesdatum & Ort |
Truppen-zugehörigkeit und/oder Einheit |
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Matrose II.Kl. |
COULSON |
7.8.1856 Kap
Tres Forcas, Marokko |
Preuss. Marine,
Radkorvette „Danzig“ |
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Matrose III.Kl. |
FISCHER |
7.8.1856 Kap
Tres Forcas, Marokko |
Preuss. Marine,
Radkorvette „Danzig“ |
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Gefreiter |
LÜPKE |
7.8.1856 Kap
Tres Forcas, Marokko |
Seebataillon,
Radkorvette „Danzig“ |
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Lieutenant z.S. I. Kl., Adjutant des Admirals Prinz Adalbert von
Preussen |
NIESEMANN |
7.8.1856 Kap Tres Forcas, Marokko |
Preuss. Marine |
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Schiffsjunge |
SELKE |
7.8.1856 Kap Tres Forcas, Marokko |
Preuss. Marine, Radkorvette „Danzig“ |
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Matrose III.Kl. |
SENGEISEN |
7.8.1856 Kap Tres Forcas, Marokko |
Preuss. Marine, Radkorvette „Danzig“ |
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Matrose III.Kl. |
SPRINGSTOBBE |
7.8.1856 Kap Tres Forcas, Marokko |
Preuss. Marine, Radkorvette „Danzig“ |
Hintergrund:
Das im Nachhinein vielfach heroisierte Gefecht bei Tres-Forcas gilt heute
als Beginn der später als ‚Kanonenboot-Politik’ bezeichneten
aussenpolitischen Handlungsweise Preussens.
Das Kap Tres
Forcas liegt nur wenige Kilometer nördlich der an marokkanischer Küste
gelegenen spanischen Enklave Melilla im Alboranischen Meer (Mittelmeer
zwischen dem Kap und der spanischen Insel Alborán).
12 Angehörige
des dort lebenden Stammes der Rif-Kabylen (benannt nach dem Rif-Gebirge),
hatte am 7.12.1852 die gestrandete Stettiner Brigg ‚Flora’ überfallen und
geplündert, den Kapitän verletzt und einen Matrosen über Bord geworfen, der
dabei umkam. Nach damaliger Auffassung verlangte so etwas nach einer
Strafexpedition, die Preussen wegen fehlender Marinekräfte nicht leisten
konnte, Spanien und England nicht leisten wollten. Der Vorfall geriet
schliesslich in Vergessenheit, nur nicht beim „Admiral der Preussischen
Küsten“, Prinz Adalbert von Preussen, der die Bedeutung der Marine forcieren
wollte.
Im Frühjahr
1856 befand sich ein Übungsgeschwader der jungen Preussischen Marine unter
dem Kommando des Prinzen im Mittelatlantik. Nachdem die Segler nach
Südamerika entlassen worden waren, setzte die Raddampfkorvette ‚Danzig’ Kurs
auf das Schwarze Meer. Nach passieren der Enge von Gibraltar liess der
Admiral, der nach Auflösung des Geschwaders eigentlich nicht mehr
kommandierender (Kommandant: Korvettenkapitän Prinz Wilhelm von
Hessen-Philippsthal-Barchfeld), jedoch ranghöchster Offizier war, vor Tres
Forcas zum Schein Küstenbeobachtungen vornehmen, worauf die ausgesetzten
Boote prompt vom Ufer aus beschossen wurden.
Diese
‚Beleidigung der Flagge’ nahm Prinz Adalbert zum willkommenen Anlass, mit
einem Expeditionskorps von etwa 60 Mann die Uferhöhen zu stürmen und sich
auf ein wildes Feuergefecht mit den Rif-Piraten einzulassen, die alsbald
massive Verstärkung erhielten. Hierbei wurden 22 Mann verletzt, darunter der
Admiral, der einen Oberschenkeldurchschuss erlitt. Der ‚Rückzug’ artete in
eine wilde Flucht aus, bei der sogar drei der gefallenen Kameraden
zurückgelassen werden mussten.
Das im Grunde
unrühmliche Scharmützel sorgte in der Bevölkerung für Feierstimmung
anlässlich der ersten ‚Heldentat’ der jungen Marine, in Regierungskreisen
jedoch für heftige Kritik. Wäre der Prinz bei dieser gezielten Provokation
getötet worden, hätte die Staatsraison einen Krieg mit Marokko verlangt.
Als
Strafexpedition war der Alleingang des Prinzen ungeeignet, da man von den
‚Barbaren’ in die Flucht geschlagen worden war und sogar Kameraden
zurücklassen musste. Diesem Umstand trug die Marine durch eine
Dienstanweisung Rechnung, die solche Alleingänge auf fremdem Territorium
ohne Rücksprache mit der Regierung resp. dem Oberkommando fortan verbot.
Prinz Adalbert kostete der Vorfall praktisch die erhoffte Karriere als
Oberfehlshaber der Marine, nachdem er zwar 1859 zum Ordentlichen Admiral
befördert wurde, bei einer Umstrukturierung 1860 und auch weiterhin jedoch
übergangen wurde.
2 der am
Gefecht beteiligten Seekadetten avancierten später zu Admiralen (BATSCH und
KNORR).
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