Tafel:
Mahnung:
64 KZ-Insassen sind hier auf dem Handeloher Friedhof
beigesetzt. Sie gehörten zu einem Eisenbahntransport von insgesamt
etwa 5000 Menschen, der am 8. April 1945 auf dem Handeloher Bahnhof
einlief. Wegen der heranrückenden Alliierten wurde Anfang April 1945
das Konzentrationslager „Mittelbau Dora“ im Harz geräumt. Die
Häftlinge wurden auf Fußmärschen und in Eisenbahnwaggons evakuiert.
Dieser Zug startete wahrscheinlich am 5. April 1945 in
Nordhausen/Harz und fuhr über Northeim, Hannover, Celle, Uelzen,
Lüneburg, Hamburg, Glückstadt und Itzehoe nach Brunsbüttel. Hier
erst gab es den ersten längeren Aufenthalt. Bis Hamburg fuhr er die
gleiche Strecke zurück, um dann in Buchholz/Nordheide in Richtung
Bergen-Belsen geleitet zu werden.
Etwa 50
Menschen mußten sich einen Güterwaggon teilen. Während der Fahrt gab
es kaum Verpflegung, so daß viele Menschen infolge Hunger, Durst,
Krankheiten und Erschöpfung unterwegs starben. Die sanitären
Verhältnisse waren völlig unzureichend. Die während der Fahrt
Umgekommenen und einige am Handeloher Bahnhof von Bewachern
Erschossene wurden am Morgen des 9. April 1945 in einem Massengrab
in der Nähe des Bahnhofes verscharrt. Gegen Mittag startete der Zug
in Richtung Bergen-Belsen.
Der
damalige Handeloher Bürgermeister Peters organisierte eine sehr
couragierte Hilfsaktion. Innerhalb weniger Stunden kochte die
Handeloher Bevölkerung fast 40 Zentner Kartoffeln; 80 Zentner rohe
Steckrüben, viele Brote sowie Kannen mit Milch und Kaffee wurden an
den Zug gebracht.
Die
einrückenden englischen Truppen fanden das Massengrab in einem sehr
gepflegten Zustand vor. Anders als in anderen Orten entlang der
Heidebahn wurde die Handeloher Bevölkerung deshalb nicht gezwungen,
die Toten wieder auszugraben und auf dem Friedhof zu bestatten.
Handeloher Schulklassen pflegten die Grabstätte in Bahnhofsnähe, bis
erst in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre auf Veranlassung der
Bezirksregierung die Umbettung auf den Friedhof stattfand.