Bei
Kortzfleisch: „Geschichte des Herzoglich Braunschweigischen
Infanterie-Regiments und seiner Stammtruppen 1809-1867, Band 1: Das
schwarze Korps 1809“, sind längst nicht alle Namen genannt, die auch
auf dem Obelisken verzeichnet sind.
In der
Spalte „Vorname Obelisk“ sind die Namen wiedergegeben, so wie sie
sich auf dem Denkmal finden. In der nächsten Spalte dagegen sind die
Namen wie bei Kortzfleisch dargestellt.
1)
DOBSCHÜTZ : auf dem Obelisken ist als Kürzel des Vornamens
abweichend „F“ zu lesen.
2) Anmerkung bei Kortzfleisch Seite 338: „Hatte keinen Anspruch auf
das Adelsprädikat und schrieb sich in preußischen Diensten nur
DOEBELL; erst später hat er begonnen, sich v.DOEBELL oder v.DOEBEL
zu schreiben. – Auf dem Obelisken ist Kürzel des Vornamens
abweichend „F“ zu lesen.
3) bei Kortzfleisch (Nr.31): FRAGSTEIN-RIEMSDORFF
4) bei Kortzfleisch (Nr.32): v. FRANKENBERG u. LUDWIGSDORF, Wilhelm
5) bei Kortzfleisch außer Albert v. GRIESHEIM (Nr.40) weiterhin
aufgeführt: Nr.41 Adolf v. GRIESHEIM, 05.10.1792 Halle a.S., 1809 zu
Braunau als Volontär ins brschw. Korps, 22.07.1812 bei Salamanca
verw.; 09.09.1812 Lieutn.; 25.07.1813 bei Maya tödtlich verw.;
22.08.1813 gest. Vitoria
6) bei Kortzfleisch nicht genannt. Jedoch zweimal v.d.HEYDE
(Friedrich und Gustav)
7) bei Kortzfleisch (Nr.53): Frh. v. MEERSCHEIDT-HÜLLESSEM, Louis
8) bei Kortzfleisch (Nr.32) abweichend: KEFFENBRINCK
9) bei Kortzfleisch (Nr.62) abweichend: KOSCHEMBAHR.
10) bei Kortzfleisch (Nr.72) abweichend: LISNEWSKY
11) nach Adelsforschung / Schwarze Schar:
Marsch gen. v.Wedell,
Leutnant v.
12) auf der Tafel abweichend: SCHONFELD
12) bei Kortzfleisch (Nr.111) abweichend: SCHULTZ, Karl Heinrich (vermutl.
identisch)
13) nach Schlieffen-Wioska Seite 58
Als
weitere Quelle für biografische Angaben kann hilfreich sein:
http://home.foni.net/~adelsforschung/schwschar.htm
Über
das Denkmal:
Seit
1843* erinnert in Ölper ein Denkmal an das Gefecht vom 1. August
1809. Es besteht aus einem würfelartigen Sockel, um den im Relief
vier Löwen laufen, und einem pyramidenförmigen Oberbau. Die
Gestaltung des Denkmals erinnert an Obelisken auf dem Löwenwall von
1822. Er ist aber weder so hoch noch so steil wie sein älterer
Bruder. Seine Vorderseite trägt die Inschrift: „Hier focht Herzog
Friedrich Wilhelm mit seiner Schaar am 1. August 1809“. Darunter ein
mit Lorbeer umkränztes, von Sternen umgebenes Schwert.
Auf
der rechten (südlichen) Seite sind die Namen der am Gefecht
beteiligten Offiziere des Stabes, der Artillerie und der Kavallerie,
auf der linken (nördlichen) Seite die der Infanterie verzeichnet. Es
fehlen allerdings die Namen der Offiziere, die zwar in Ölper
mitgefochten, doch am Tage nach dem Gefecht ihren Abschied erbaten.
Auf der Rückseite (der östlichen Seite) sind die Ortsnamen der bis
dahin bestandenen Gefechte aufgeführt.
Ursprünglich sollte der bekannte Hofbaurat
Carl
Theodor OTTMER (*19.01.1800 Braunschweig, +22.08.1843 Berlin)
mit dem Entwurf und der Ausführung des Denkmals betraut werden; aber
seine Erkrankung verhinderte diese Absicht. So wurde Ministerialrat
von KOCH mit dem Entwurf beauftragt. Es war zunächst geplant, das
Denkmal an der Stelle zu errichten, wo dem Herzog das Pferd unter
dem Leibe erschossen war, auf dem Hang zwischen der Celler
Heerstraße und der Schölke. Da jedoch dieser Platz einen feuchten
Untergrund hatte, wählte man als Standort die Höhe hart an der
Ostseite der Heerstraße.
Die
Einweihung fand am 15. Oktober 1843 in Anwesenheit sämtlicher
braunschweigischen Truppeneinheiten statt. Generalmajor von NORMAN
feierte das Denkmal als “einen Ehrenstein der braunschweigischen
Geschichte, in den Stunden der Gefahr dem Soldaten und Bürger ein
Panier für hohe Taten und treueste Pflichterfüllung“. (Lindemann
S.147).
* nach
Götz Mavius, Seite 5, jedoch am 15.10.1845
Hintergrund:
Herzog
Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Oels, einer der preußischen
Heerführer, genannt der "Schwarze Herzog", führte in Preußen ein
Regiment, das nach ihm die "Schwarze Schar" genannt wurde.
Es handelte sich um
das Kgl. Preußische Infanterie-Regiment Nr. 12, welches im Jahre
1685 in Potsdam als Regiment Markgraf Philipp gegründet worden war.
Sein letzter Kommandeur war in den Jahren 1800 bis 1806 Herzog
Friedrich Wilhelm v. Braunschweig-Öls (Zitat Adelsforschung /
Schwarze Schar).
Am 1.August 1809 erschien der Herzog
Friedrich Wilhelm wieder in Ölper. Er hatte den Aufstand gegen das
französische Regime gewagt. Nach vergeblichem Einsatz in Österreichs
Waffengang gegen Frankreich hatte er mit seiner Schwarzen Schar auf
seinem bekannten Zuge durch Deutschland am Tage zuvor seine
Vaterstadt erreicht, um gleichsam vom Lande seiner Vorfahren wieder
Besitz zu ergreifen, und am Petritor Quartier bezogen. Nun galt es,
einen Gefechtsplan zu entwerfen, der seiner Schar, bestehend aus 100
Offizieren und 2000 Mann, den rettenden Abzug nach der See
ermöglichte (Lindemann S.139).
Nach dem Gefecht bei Ölper am 1. August
1809 hatte das Schwarze Korps neben 62 Verwundeten an Gefallenen 2
Offiziere und 22 Mann zu beklagen (Lindemann S. 142).
Aus
dem Vorwort von Kortzfleisch (1896):
Unter
den kleinstaatlichen Heeresgebilden, deren Bestimmung nicht nur der
Schutz der Reichsgrenzen gegen äußere Feinde, sondern auch die
Sicherstellung der Souveränität der deutschen Landesfürsten war,
darf das Truppenkorps des Herzogthums Braunschweig-Wolfenbüttel
vielleicht mehr als andere den Anspruch auf Beachtung erheben. Denn
der kriegerische Sinn und hochfliegende Ehrgeiz ihrer Fürsten, sowie
deren verwandtschaftliche Beziehungen zu den mächtigsten
Herrscherhäusern Europas, führten die braunschweigischen Regimenter
auf nahezu alle Kriegsschauplätze des 17. und 18. Jahrhunderts. Sie
fochten nicht nur in den großen Kriegen jener Zeit gegen Türken und
Franzosen und nahmen einen erheblichen Antheil am Siebenjährigen
Kriege, sondern sie entfalteten ihre Fahnen sogar unter den
Cypressen Moreas und in den Prärien Nordamerikas. Gewiß wäre eine
aktenmäßige Darstellung dieses mit dem Jahre 1605 in ständigen
Formen beginnenden altbraunschweigischen Heerwesens ein dankbarer
Stoff für die Spezialgeschichtsforschung ........
Verwendete Literatur:
Hans
Lindemann: „ÖLPER – Die Geschichte eines Braunschweiger
Pfahldorfes“, Braunschweig 1977.
Götz Mavius: „Denkmäler der Stadt Braunschweig im
19.Jahrhundert“, Kleine Schriften von Stadtarchiv und
Stadtbibliothek Nr.7, Braunschweig 1981.
Graf von Schlieffen-Wioska, Rittmeister a.D: „Hundert Jahre
Braunschweigische Husaren. Geschichte des Braunschweigischen
Husaren-Regiments Nr.17. Erster Teil: Von der Errichtung der
Schwarzen Schar 1809 bis zum Frühjahr 1870“, Westermann,
Braunschweig. (Seite 60 eine Rangliste vom 02.08.1809)
Weitere Quelle sowie Abgleich
der Personendaten mit:
Kortzfleisch, Gustav von: Geschichte des Herzoglich
Braunschweigischen Infanterie-Regiments und seiner Stammtruppen
1809-1867, Braunschweig. 1896/1898/1905. 3 Bände.
Hier Band 1: Das schwarze Korps 1809 und das
Englisch-Braunschweigische Infanterie-Regiment bis 1814.
Vgl.
auch
www.denkmalprojekt.org/Verlustlisten/vl_hzgl-braunschw_inf-reg_92_1809-1815.htm