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Totenzettel









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Braunschweig (Löwenwall), Niedersachsen:

Auf einem Stellschild wird das Denkmal beschrieben:  Obelisk – Vaterländisches Denkmal auf dem Löwenwall.  Das Denkmal inmitten des alleeumkränzten Monumentplatzes (seit 1904 Löwenwall) erinnert an die in den Freiheitskriegen gegen Napoleon I. gefallenen Herzöge Carl Wilhelm Ferdinand (1735-1806) und seinen Sohn Friedrich Wilhelm, den „Schwarzen Herzog“ (1771-1815). Errichtet wurde es 1822/23 auf Initiative einflussreicher Bürger nach Plänen des herzoglichen Kammer- und Klosterrates Peter Joseph Krahe.

Das 22m hohe Monument besteht aus einem in der Zorger Eisenhütte im Harz gegossenen Obeliskenschaft (a) und einem abgetreppten Inschriftsockel mit klassizistischen Goldornamenten (b). Der Schaft setzt sich im Einzelnen aus vier Platten zusammen, die jeweils 12,8 m lang 1,4 m breit und nur 25 mm stark sind. In den Ecken wurden die Platten mit Rahmen und Winkeln verschraubt und über ein eigens angefertigtes Gerüst in den Trog (c) des Sockels eingelassen. Spannanker (d) führen vom Trog zu einem im Erdreich eingelassenen gusseisernen Rost (e). Den Unterbau von Obelisk und Sockel bildet eine dreistufige quadratische Plattform, an deren Ecken vier Löwen liegen, gegossen nach einem Modell-Entwurf des Bildhauers Johann Gottfried Schadow (1764-1850).

Das Denkmal spiegelt Gedenken, Dank und Verehrung, wollte aber auch „erziehen. Die Begriffe „Vaterland“ und „Deutschland“ zielten auf eine Stärkung des Patriotismus und die Kriegs- und Opferbereitschaft für nationale Ziele.

Braunschweig (Löwenwall), Foto © Uwe Schärff

Inschriften:

Inschriften auf den vier Seiten des Sockels:

„Ihr Ruhm lebt ewig , daure mit ihm ihr Stamm. Dem Vaterlande zum Segen.“

„Des Vaterlandes vom Feinde neu bedrohtes Glück schützend in rettender Schlacht sank Braunschweigs Welfe Friedrich Wilhelm an seiner Krieger Spitze.“

„Seinen für Deutschland gefallenen Fürsten Ihr Vaterland MDCCCXXII“

„Den Einbruch in das Vaterland dem Feinde mit seinem Blute wehrend sank Braunschweigs Welfe Carl Wilhelm Ferdinand mit ihm seines Volkes Glück.“

Namen der Gefallenen:

Dienstgrad

Name

Vorname

Geburtsdatum und Ort

Todesdatum und Ort

Bemerkungen

Preußischer General

BRAUNSCHWEIG-WOLFENBÜTTEL-BEVERN

Carl Wilhelm Ferdinand, Herzog zu

09.10.1735

10.11.1806, Ottensen bei Hamburg

1) (Der Vater von 2)

 

BRAUNSCHWEIG-LÜNEBURG-OELS

Friedrich Wilhelm, Herzog von

09.10.1771 in Braunschweig

16.06.1815 bei Quatre-Bras, Belgien

2) „Der Schwarze Herzog“

Diese Zeile steht für die nicht genannten zahllosen Kampfgefährten der Herzöge

1)  Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig

Karl Wilhelm Ferdinand, Herzog zu Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern  (* 9. Oktober 1735; 10. November 1806) war preußischer Feldmarschall.

Karl Wilhelm Ferdinand (1735-1806) übernahm 1773 die Regierung im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel. Karl Wilhelm Ferdinand wuchs inmitten seiner 13 Geschwister auf und erhielt als Erbprinz eine angemessene Erziehung durch den Abt Jerusalem. Aufgrund seiner engen verwandtschaftlichen Beziehung zu Preußen und eines Subsidienvertrages, in dem das Fürstentum Braunschweig Truppen an Preußen zu Verfügung stellte, kämpfte der 21jährige Erbprinz im Siebenjährigen Krieg in der Schlacht von Hastenbeck tapfer und erfolgreich gegen Frankreich auf preußischer Seite. 1763 heiratete Karl Wilhelm Ferdinand die Schwester des Königs Georg III. von England, Prinzessin Auguste (1734-1813). Das Verhältnis der Ehegatten war konventionell und wahrte die höfischen Formen. Die Ehen der Töchter scheiterten und nur ein Sohn, Friedrich Wilhelm (1771-1815), blieb gesund und konnte dem Vater 1806 in die Regierung folgen. Auf einer Reise nach Italien lernte Herzog Karl Wilhelm Ferdinand 1766 seine langjährige Mätresse Frau Branconi kennen. Aus diese Beziehung entspross ein Sohn, der Graf von Forstenburg.

Die Regierung des Herzogs war Anfangs geschickt geführt. Erfolgreiche Reformen ließen das kleine Fürstentum Braunschweig aufblühen. Unter dem Einfluss von Abt Jerusalem und dem Pädagogen Campe war Herzog Karl Wilhelm Ferdinand ein echter aufgeklärter Fürst. Seine größte Leidenschaft blieb aber das Militär. Im Jahr 1787 wurde der Herzog zum preußischen Feldmarschall ernannt. Es folgte der Oberbefehl über die preußischen und österreichischen Truppen, um die französische Revolutionsarmee zu besiegen. Das Vorhaben scheiterte mit der Kanonade bei Valmy und der Herzog legte 1794 sein Amt wieder nieder. Karl Wilhelm Ferdinand wurde 1806 völlig sinnlos als Oberbefehlshaber für die preußische Armee reaktiviert. Im hohen Alter von 71 Jahren starb er den Folgen einer schweren Verwundung aus dem Kampf gegen Napoleon nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt.

Ihm zu Ehren wurde seine Büste in der Walhalla aufgestellt.

2)  Friedrich Wilhelm, Herzog von  Braunschweig

Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg-Oels, genannt "der schwarze Herzog" (* 9. Oktober 1771 in Braunschweig; 16. Juni 1815 bei Quatre-Bras in Belgien, gefallen) war nomineller Herzog von Braunschweig und einer der bekanntesten deutschen Heerführer der napoleonischen Kriege.

Um diese Persönlichkeit rankten sich schon zu seinen Lebzeiten Legenden, schließlich ist Friedrich Wilhelm eine der schillerndsten Figuren im Braunschweiger Herzogtum. 1771 geboren trat er 1789 in preußische Kriegsdienste, wurde Kapitän bei einem Infanterieregiment und nahm ab 1792 an Feldzügen gegen Frankreich teil. 1806 kämpfte er bei Auerstedt (wo sein Vater tödlich verwundet wurde). Vom Vater Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig als Thronfolger bestimmt, konnte er das Erbe nicht antreten, denn im "Frieden von Tilsit" war das Herzogtum Napoleons Bruder Jerome und seinem "Königreich Westfalen" zugeschlagen worden. In seinem fernen Fürstentum Oels (Schlesien), das durch Heirat und Erbschaft als preußisches Lehen an die Braunschweiger Herzöge gekommen war, sann er auf Rache, warb Offiziere und Mannschaften an und stellte ein Söldnerheer zusammen.

Dieses "Herzoglich Braunschweigische Korps", wegen seiner überwiegend schwarzen Uniform auch "Schwarze Schar" genannt, kämpfte zunächst an der Seite Österreichs um dann, nachdem Österreich und Frankreich Frieden geschlossen hatten (an den sich der Herzog als Verbündeter Österreichs aber nicht gebunden sah) über Böhmen, Leipzig, Halle, Halberstadt, Braunschweig, Hannover, Delmenhorst nach Elsfleth und Brake zu ziehen, wo die Einschiffung nach England gelang. Erst 1814 und 1816 kehrten die Husaren nach Braunschweig zurück, nachdem sie für die englische Krone mehr oder weniger erfolgreich gekämpft hatten. Dazwischen lagen große Ereignisse. Die Erstürmung von Halberstadt am 29.Juli 1809 und die Schlacht bei Ölper vor den Toren Braunschweigs am 1.August 1809, in der Friedrich Wilhelm sich gegen eine dreifache Übermacht behauptete, trugen ihm Ruhm ein. Die "Schwarze Schar" entkam nach England, und der Herzog musste tatenlos zusehen, wie sein ursprünglich 2300 Mann starkes Freikorps in der "Deutschen Legion" unter Befehl seines Schwagers, des späteren Königs Georg IV. von England, in Spanien und Portugal aufgerieben wurde.

Am 22. Dezember 1813 traf er wieder im durch Preußen befreiten Braunschweig ein. Doch Napoleon meldete sich noch einmal im Welttheater zurück – Herzog Friedrich Wilhelm eilte mit neu formierten Truppen den Engländern und Preußen zu Hilfe. Zwei Tage vor der Schlacht bei Waterloo traf ihn am 16. Juni 1815 die tödliche Kugel bei "Quatre-Bras" in Belgien; seine Soldaten schlugen sich tapfer aber verlustreich.  Erst am 29. Januar 1816 trafen die Truppen wieder in Braunschweig ein.

75 Jahre nach dem Tod „ihres“ Schwarzen Herzogs errichtet ihm Braunschweig im fernen Belgien bei Quatre Bras ein Denkmal. Der entzündete patriotische Zeitgeist lässt die Braunschweiger Bürger Erinnerungsstücke an "ihren" Nationalhelden zusammentragen – Grundstock für das 1891 eröffnete "Vaterländische Museum", aus dem das Braunschweigische Landesmuseum hervorgegangen ist.

Kinder aus der Ehe mit Prinzessin Marie von Baden:
Karl (1804 - 1873), als Karl II. Herzog von Braunschweig
Wilhelm August Ludwig Maximilian Friedrich (1806 - 1884), Herzog von Braunschweig

Weblinks:

http://www.dhm.de/ausstellungen/bildzeug/qtvr/DHM/n/BuZKopie/raum_17.07.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Wilhelm_Ferdinand_%28Braunschweig%29
http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Wilhelm_%28Braunschweig-L%C3%BCneburg-Oels%29

 Datum der Abschrift: April 2004

Beitrag von: Genealogische Gesellschaft Hamburg e.V.
Foto © 2004 Uwe Schärff

 

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