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Totenzettel









Onlineprojekt Gefallenendenkmäler - von Ahnenforschern für Ahnenforscher

 

 


 

Gleiwitz (Gliwice), Oberschlesien:

Denkmal aufgestellt vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten (RjF), auf dem jüdischen Friedhof in Gleiwitz:

Inschriften:

Auf der Frontseite:
[Inschrift in hebräischer Schrift]
UNSEREN KAMERADEN

Auf der Rückseite:
ERRICHTET IM JAHRE 1930
VOM REICHSBUND JÜDISCHER
FRONTSOLDATEN
ORTSGRUPPE GLEIWITZ

Namen der Gefallenen:

Name

Vorname

Geburtsort

Geburtstag

Todestag

Ortsangabe
auf dem
Denkmal

Seiten-nr.
im
Gedenkbuch
des RjF*

Ortsangabe
im
Gedenkbuch
des RjF

Grabstelle
im
alten/neuen
jüd.
Friedhof
Gleiwitz

ANGRESS

Julius

Peiskretscham

09.09.1876

08.09.1916

Peiskretscham

254

Kattowitz

 

ANGRESS

Willy

Peiskretscham

27.09.1883

07.02.1918

Peiskretscham

254

Kattowitz

 

ASCHNER

Martin

Tost

04.01.1894

24.03.1916

Gleiwitz

226

Gleiwitz

 

BACHNER

Friedrich

x

x

 

Gleiwitz

x

 

Nur Grabstein

BADRIAN

Alfred

Sohrau

21.12.1879

29.11.1914

Gleiwitz

382

Posen

 

BADRIAN

Adolf

x

x

 

Gleiwitz

x

 

Nur Grabstein

BÖHM

Heinrich

Kl. Zaborze

05.09.1873

18.07.1915

Gleiwitz

226

Gleiwitz

 

BÖHM

Albert

Tost

08.05.1891

27.10.1914

Tost

133

Berlin

 

BRAUER

Max

Gleiwitz

24.01.1893

11.10.1915

Gleiwitz

226

Gleiwitz

 

COHN

Arthur

Plawniowitz

01.05.1890

24.02.1915

Tost

348

Tost

 

COHN

Georg

Rojow

21.09.1884

25.10.1918

Tost

348

Tost

 

COHN

Kurt

Plawniowitz

28.04.1887

22.04.1916

Tost

348

Tost

 

DESTELIER

Leo/Loebel

Königshütte

16.10.1883

06.08.1915

Gleiwitz

226

Gleiwitz

 

FRAENKEL

Bernhard

Gleiwitz

22.08.1893

31.05.1918

Gleiwitz

226

Gleiwitz

 

FREIMANN

Max/Markus

Langendorf

04.02.1888

22.08.1914

Langendorf

269

Langendorf

AJF-761x

FREIMANN

Jakob

Langendorf

28.09.1885

06.07.1916

Langendorf

269

Langendorf

AJF 761

FREUND

Kurt

Schwientochlowitz

04.08.1897

05.09.1917

Gleiwitz

226

Gleiwitz

 

FRÖHLICH

Kurt

Katscher

28.03.1876

22.09.1914

Gleiwitz

178

Breslau

 

GANDZIOR

Heinrich

Rybnik

17.02.1887

17.06.1915

Gleiwitz

226

Gleiwitz

 

GRÄTZER

Fedor

Vossowska

28.06.1884

14.05.1915

Gleiwitz

226

Gleiwitz

 

HAMBURGER

Herrmann

Eichenau

11.01.1878

07.09.1916

Gleiwitz

226

Gleiwitz

 

KAMINSKI

Adolf

x

xx.xx.1899

05.01.1923

Gleiwitz

 

 

NJF 421

KOCHMANN

Hugo

Gleiwitz

20.05.1882

18.08.1915

Gleiwitz

226

Gleiwitz

 

KOCHMANN

Arthur

Gleiwitz

23.01.1880

26.09.1918

Gleiwitz

226

Gleiwitz

 

KÖNIGSFELD

Walter

Lüdenscheid 

xx.xx.1892

21.08.1917

Gleiwitz

412

Merzig

NJF 286

KOPLOWITZ

Adolf

Gleiwitz

15.06.1883

28.03.1918

Gleiwitz

226

Gleiwitz

 

KOPLOWITZ

Ferdinand

Schechowitz

26.06.1882

19.08.1917

Schechowitz

312

Oppeln

 

KREBS

Hugo

Krasow, Kr.Pleß

14.01.1898

28.07.1917

Gleiwitz

226

Gleiwitz

 

LESCHZINER

Max/Karl

Gleiwitz

13.08.1899

09.10.1918

Gleiwitz

226

Gleiwitz

 

LIEGNER

Max

Lissa

15.10.1879

16.10.1916

Gleiwitz

227

Gleiwitz

 

LÖBINGER

Hartwig

Zabrze

18.08.1890

12.06.1923

Gleiwitz

402

Breslau

NJF 435

LOMNITZER

Salo

Peiskretscham

10.06.1891

18.05.1915

Peiskretscham

315

Peiskretscham

 

LOMNITZER

Max

x

x

 

Peiskretscham

x

 

Nur Grabstein

PERL

Isaak

Pilchowitz

11.12.1890

22.09.1915

Pilchowitz

197

Dresden

 

PERL

Heinrich

Ruda

01.02.1883

27.08.1915

Pilchowitz

264

Königshütte

 

RIESENFELD

Georg

Gleiwitz

29.08.1892

30.03.1916

Gleiwitz

227

Gleiwitz

 

ROSENTHAL

Hugo

Gleiwitz

14.05.1887

27.08.1915

Gleiwitz

227

Gleiwitz

 

ROSENTHAL

Jakob/Herbert

Breslau

25.11.1892

30.03.1916

Gleiwitz

227

Gleiwitz

 

ROSENTHAL

Friedel

x

x

 

Gleiwitz

x

 

Nur Grabstein

SAREMBA

Erich

Ratibor

03.09.1894

02.06.1915

Gleiwitz

227

Gleiwitz

 

SCHALSCHA

Friedrich

Gleiwitz

17.07.1884

14.09.1917

Gleiwitz

227

Gleiwitz

 

SCHEYER

Richard

Gleiwitz

06.04.1894

16.04.1917

Gleiwitz

227

Glogau

 

SCHIROKAUER

Simon

Königshütte

18.08.1878

06.04.1919

Peiskretscham

414

Peiskretscham

 

SCHNABEL

Dagobert

Gleiwitz

22.12.1894

18.07.1918

Gleiwitz

227

Gleiwitz

 

SIEDNER

Ernst

x

x

 

Gleiwitz

x

 

Nur Grabstein

SIMENAUER

Georg

Gleiwitz

17.10.1897

01.11.1918

Gleiwitz

227

Gleiwitz

 

SOHRAUER

Jakob

Orzesche

24.03.1891

11.09.1914

Gleiwitz

227

Gleiwitz

 

TOTSCHEK

Heinrich

Bismarckhütte

21.10.1872

27.11.1914

Gleiwitz

245

Hindenburg

 

TOTZEK

Otto

Tost

31.07.1880

12.11.1914

Tost

348

Tost

 

URBAINCZYK

Georg

Lubschau

14.07.1890

24.08.1914

Gleiwitz

227

Gleiwitz

 

WACHSNER

Ludwig

Nikolai

14.02.1890

14.11.1914

Gleiwitz

256

Kattowitz

 

WALDMANN

Hans Richard

Gleiwitz

13.02.1893

21.07.1916

Gleiwitz

227

Gleiwitz

 

WEISS

Siegfried

Ziementzitz

16.11.1891

26.10.1916

Ziementzitz

366

Ziemenzitz

 

WIENER

Martin

x

x

 

Gleiwitz

x

 

Nur Grabstein

*Dem RjF-Gedenkbuch sind Einzelheiten über Truppenteil, Dienstgrad und Verlustmeldung zu entnehmen.

Datum der Abschrift: Mai/Juni 1983

Beitrag von Ernst Lustig (Gleiwitz 1921 – Wolfenbüttel 1999)
(revidiert im September 2003 von Roger Lustig)

Fotos © Roger Lustig

Mehr Listen der jüdischen Kriegstoten des 1. Weltkriegs finden Sie hier.

Reichsbund jüdischer Frontsoldaten (RjF):

Obwohl von den ca. 85.000 jüdischen Frontkämpfern im Ersten Weltkrieg 12.000 den "Heldentod fürs Vaterland" starben, wurde seit Herbst 1918 von völkischen Gruppierungen behauptet, aufgrund von "Drückebergerei" und innerer Zersetzung der Heimat trügen die Juden die Hauptschuld an der deutschen Niederlage („Dolchstoßlegende“).  Der Hauptmann Leo Löwenstein (1879-1956) gründete im Februar 1919 den "Reichsbund jüdischer Frontsoldaten" (RjF), in dem das Wirken aller jüdischen Kriegsteilnehmer Anerkennung fand.  Der Reichsbund, der Mitte der zwanziger Jahre 40.000 Mitglieder umfaßte, machte es sich zur Aufgabe, über den Einsatz von Juden im Krieg zu informieren. Mit der verbandseigenen Wochenzeitung "Der Schild" versuchte der RjF, dem in der Weimarer Republik herrschenden Antisemitismus entgegenzuwirken.  In einigen Städten des Deutschen Reichs aktivierte der RjF Selbstschutzeinheiten, um die jüdische Bevölkerung vor antisemitischen Übergriffen schützen zu können.  Vereinzelt kam es dabei zu Kooperationen mit dem "Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold".

Der RjF betonte die Soldatenehre und vertrat ein ausgesprochen deutsch-nationales Judentum.  Ideologisch stand er dem "Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" nahe, der den Zionismus ablehnte und sich zur deutschen Nation bekannte.  Für den RjF war es daher zutiefst schockierend, als deutsche Juden unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 für wehrunwürdig erklärt wurde.  Ab 1936 durfte sich der RjF auch politisch nicht mehr betätigen, sondern mußte sich auf die Betreuung jüdischer Kriegsopfer beschränken.  Als der RjF 1938 aufgelöst wurde, war bereits ein Großteil seiner Mitglieder aus Deutschland emigriert.

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