Onlineprojekt Gefallenendenkmäler

Koprein-Petzen (NS-Opfer), Gemeinde Bad Eisenkappel, Bezirk Völkermarkt, Kärnten, Österreich

PLZ 9135

Bauernhaus vulgo Persman/Perschmann im Leppen/Lepain Graben auf etwa 1100 m Seehöhe
an dessen Außenwänden im Jahre 1965 Gedenktafeln angebracht wurden,
welche an die hier begangenen Verbrechen erinnern.
Im Hause selbst befindet sich ein Museum über die NS-Gewaltherrschaft in Kärnten.

Entgegen der Aussage auf der Gedenktafel wurde der Täter jedoch ermittelt.
Gemäß Veröffentlichung in der Kleinen Zeitung vom 25.April 1915 wurde der
19 jährige ungarische Staatsbürger Marton Sandor als Täter überführt
und am 26.2.1951 in Budapest zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Inschriften:

Am 25. April 1945 ermordeten Angehörige des
SS- und Polizeiregimentes 13 am Persmanhof 11 Menschen.
Die gerichtlichen Ermittlungen gegen den Täterkreis führten zu keiner Anklage.

Namen der Opfer:

2. Weltkrieg

Name Vorname Geburtsdatum & Ort Todesdatum & Ort Bemerkungen
DOBRAVC Katharina 1901 25.04.1945 Schwester des Bauern (44)
KOGOJ Adelgunde 28.01.1942 25.04.1945 Nichte (3) (von Luka und Ana Sadovnik)
KOGOJ Stanislaus 13.11.1935 25.04.1945 Neffe (9) (von Luka und Ana Sadovnik)
SADOVNIK Albina 11.02.1938 25.04.1945 Ihr Kind (7) (von Katharina Dobravc)
SADOVNIK Ana 15.06.1909, geb. Haberc 25.04.1945 Besitzerin (35)
SADOVNIK Filip 20.05.1940 25.04.1945 Ihr Kind (4) (von Katharina Dobravc)
SADOVNIK Franciska 04.02.1932 25.04.1945 Kind (13) (von Luka und Ana Sadovnik)
SADOVNIK Franciska 26.01.1868, geb. Dolobst 25.04.1945 Altbäuerin (77)
SADOVNIK Gottfried 04.08.1944 25.04.1945 Kind (8 Monate) (von Luka und Ana Sadovnik)
SADOVNIK Luka 06.10.1906 25.04.1945 Besitzer (38)
SADOVNIK Viktor 04.04.1941 25.04.1945 Kind (4) (von Luka und Ana Sadovnik)

Knapp vor Kriegsende wurde der Bergbauernhof der Familie Sadovnik zum Schauplatz eines
der letzten nationalsozialistischen Kriegsverbrechen, die an kärntner-slowenischer
Zivilbevölkerung verübt wurden. Die Familie unterstützte die in Ljubljana gegründete
antifaschistische Widerstandsbewegung, die ab 1942 seitens der Kärntner Slowenen
starken Zulauf erhielt. 25. April 1945 zog eine Kompanie des SS- u. Polizeiregiments 13
aufgrund einer Anzeige gegen die Familie Sadovnik zum Persmanhof. Im Zuge dieses
Einsatzes kam es nicht nur zur Plünderung des Hofes, sondern auch zum Schießbefehl
gegen die Familie: Vier Erwachsene und sieben Kinder - allesamt Angehörige der
Familien Sadovnik und Kogoj - wurden ermordet. Drei Kinder überlebten das Massaker.
Aufgrund ihrer Zeugenaussagen beantragte die Staatsanwaltschaft Klagenfurt Amtshilfe in Ungarn.

Ergänzende Daten wurden den Kirchenbüchern der Pfarre Eisenkappel entnommen.

Datum der Abschrift: 30.08.2026

Verantwortlich für diesen Beitrag: Karl und Ines Decker
Foto © 2026 Karl Decker