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Edenkoben (Sieges- und Friedensdenkmal auf dem Werderberg), Landkreis Südliche Weinstraße, Rheinland-Pfalz

PLZ 67480

Am Waldrand auf dem Werderberg bei Edenkoben steht das weithin sichtbare National-Denkmal zum Sieg des Deutsch-Französischen Krieges von 1870-71 und der nachfolgenden Reichsgründung. Das imposante Bauwerk wurde nach einem Entwurf des Bildhauers August Drumm am 3. September 1899 eingeweiht. Im Vordergrund befindet sich auf einem Steinsockel ein Jüngling, der auf einem Pferd sitzt und einen Ölzweig in der Hand hält aus Bronze. In der hinteren Apsis sind steinerne Büsten von Kaiser Wilhelm I., Bayernkönig Ludwig II. und Prinzregent Luitpold aufgestellt. Zwei Frauenfiguren, die sich die Hände reichen, stehen symbolisch für die Einigkeit von Nord- und Süddeutschland. Weitere Personen, die als Bildrelief eingearbeitet wurden, sind die Generäle von der Tann und von Hartmann für Bayern und Fürst Bismarck und Graf Moltke für Preußen.
Ein Reichsadler und eine deutschen Eiche, aus deren Ästen die Wappen der deutschen Staaten wachsen, sowie ein reiches Mosaik in der Kuppel schmücken den Innenraum des Denkmals.
Hinter dem Bauwerk führt eine Außentreppe auf die durch vier Säulen begrenzte Terrasse, die einen weiten Blick über die Pfälzer Landschaft bietet.
Ursprünglich stand an dieser Stelle ein mit einem Adler gekrönter Sandsteinobelisk, der so genannte „Straßburger Stein“. Dieses Denkmal befindet sich heute ca. 400 m südlich am Rand eines ehemaligen Steinbruchs. Der Bronzeadler und ein Bildrelief des Generals August Karl Friedrich von Werder sind nicht mehr vorhanden.
Im Wald des nach ihm benannten Werderbergs befinden sich noch weitere Gedenksteine: „Zum braven Landwehrmann“, für die „tapferen“ Reservisten der Landwehr, ein Findling für Reichskanzler Otto von Bismarck und den „Moltkestein“ zur Erinnerung an den Chef des Generalstabs Graf Helmuth von Moltke („der Ältere“).
Quelle: H. Hartkopf, „Das Sieges- und Friedensdenkmal und die Denkmäler auf dem Werderberg“, Edenkoben, 2008.


Inschriften:

Sieges- und Friedensdenkmal
Inschriften in der Mitte
:
EINIGKEIT MACHT STARK
WIR WOLLEN SEIN EIN EINIG VOLK VON BRÜDERN IN KEINER NOTH UNS TRENNEN UND GEFAHR
DEUTSCHES REICH 1870-71

Beschriftung der Wappen:
Schaumburg-Lippe
Lippe
Waldeck
Reuss j. L.
Reuss ä. L.
Anhalt
Sachsen-Weimar-Eisenach
Sachsen-Meiningen
Preusen
Hessen
Bayern
Württemberg
Mecklenburg-Strelitz
Schwerin
Baden
Oldenburg
Braunschweig
Luebeck
Bremen
Schwarzburg-Rudolstadt
Schwarzburg-Sondershausen
Elsass
Lothringen
Hamburg

Inschrift linke Tafel:
ZUR ERINNERUNG AN DIE GLORREICHE ZEIT VON 1870-71 ZUM PREISE DES SIEGREICHEN BUNDES FELDHERRN UND UNSERER HOCHHERZIGEN LANDESFUERSTEN ZUR EHRUNG DER HELDENMUETIGEN HEERFUEHRER UND DES GROSSEN STAATSMANNES
ZUM RUHME UNSERER TAPFEREN ARMEE ZUM DANKE FÜR DIE GLUECKLICHE RETTUNG DES LANDES FUER SEINE ERHALTUNG BEI DEUTSCHLAND UND FUER DIE EINIGUNG DES DEUTSCHEN VOLKES IM REICHE ERRICHTET VON DER DANKBAREN PFALZ.
FACTA LOQUUNTUR.
1870 FRANZÖSISCHE KRIEGSERKLÄRUNG 18. VII. DER NORDDEUTSCHE BUND MACHT MOBIL. BAYERN EBENFALLS. SCHLACHT BEI WEISENBURG 4. VIII. WOERTH UND SPICHERN 6. VIII. METZ 14.16.18. VIII. SEDAN 30.31. VIII. GEFANGENNAHME NAPOLEONS UND SEINER ARMEE 1. IX. ERSTÜRMUNG VON SCEAUX 19. IX. KAPITULATION VON STRASSBURG 28. IX. ERSTÜRMUNG VON ORLEANS 11. X. UEBERGABE VON METZ 27. X. COULMIER 9. XI. LOIRE 4. XII. VERSAILLER BUENDNISSVERTRÄGE 23. XI.
1871 KAEMPFE BEI LEMANS 11. I. BELFORT 16-18. I. KAISERPROCLAMATION 18. I. KAPITULATION VON PARIS 28. I. EINZUG IN PARIS 1. III. EROEFFNUNG DES REICHSTAGES 21. III. FRIEDENSSCHLUSS IN FRANKFURT 10. V.
GOTT WAR MIT UNS IHM SEI DIE EHRE.

Inschrift rechte Tafel:
1870 - HAT DEUTSCHLAND VERGEWALTIGUNGEN FRUEHER ERTRAGEN. SO ERTRUG ES SIE WEIL ES ZERRISSEN NICHT WUSSTE WIE STARK ES WAR. HEUTE GEEINT TRAEGT ES IN SICH DEN WILLEN UND DIE KRAFT DER ABWEHR ERNEUTER GEWALTTHAT – IN DIESEM KAMPFE IN DEM WIR KEIN ANDERES ZIEL VERFOLGEN ALS DEN FRIEDEN DAUERND ZU SICHERN WIRD GOTT MIT UNS SEIN.
KOENIG WILHELM 19. VIII.
MIT BEGEISTERUNG WERDEN MEINE TRUPPEN AN DER SEITE IHRER RUHMGEKROENTEN ARMEE FUER DEUTSCHES RECHT UND DEUTSCHE EHRE DEN KAMPF AUFNEHMEN MOEGE ES ZUM WOHLE DEUTSCHLANDS UND ZUM HEILE BAYERNS ENDEN.
KOENIG LUDWIG II. 20. VII.
ES IST MIR EIN ERHEBENDER GEDANKE ZUR KROENUNG DES DEUTSCHEN EINIGUNGSWERKES DURCH ANBIETUNG DER KAISERWUERDE DEN ERSTEN SCHRITT ZU THUN.
KOENIG LUDWIG II. 4. XII.
1871 – UNS UND UNSEREN NACHFOLGERN IN DER KAISERKRONE WOLLE GOTT VERLEIHEN ALLEZEIT MEHRER DES REICHES ZU SEIN; NICHT IN KRIEGERISCHEN EROBERUNGEN SONDERN IN DEN WERKEN DES FRIEDENS AUF DEM GEBIETE MATERIELER WOHLFAHRT FREIHEIT UND GESITTUNG.
KAISER WILHELM I. 18. I.
MAECHTIG UND SIEGREICH HAT SICH DAS VEREINTE DEUTSCHLAND IM KRIEGE BEWAEHRT UNTER SEINEM HOECHSTEN FELDHERRN, MAECHTIG UND FRIEDLIEBEND WIRD DAS GEEINIGTE DEUTSCHE REICH UNTER SEINEN KAISERN SEIN.
REICHSTAGSADRESSE 10. XII.
WIR DEUTSCHE FUERCHTEN GOTT UND SONST NICHTS IN DER WELT; GOTT WIRD MIT UNS SEIN.
BISMARCKS REDE 6. II. 87.

Inschrift auf der Aussichtsterrasse:
Da liegt ausgebreitet in stets verjüngter Pracht: Ein weiter Gottesgarten vom Himmel reich bedacht. Die schöne Pfalz am Rhein!

Straßburger Stein
Rückseite
:
Straßburg verloren 30.IX.1681, Wiedergewonnen: 28.IX.1870
Vorderseite:
28. September 1870, O Straßburg O Straßburg, du wunderschöne Stadt!
Bismarckstein:
DEM EINIGER DER DEUTSCHEN
DER SÜDWESTDEUTSCHE LANDESVERBAND ALTER HERREN DES AKADEMISCHEN TURNERBUNDES
2. SEPTEMBER 1898
Moltkestein:
Alle Zeit treu bereit für des Reiches Herrlichkeit
DEM GROSSEN FÜHRER ZU KAMPF UND SIEG
DURCH SIEG ZUM FRIEDEN
1902

Datum der Abschrift: 8.7.2011

Beitrag von: Hans Günter Thorwarth
Foto © 2011 Hans Günter Thorwarth

 

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